Inseltage der ARGE Hospiz in Ohlstadt – Austausch, Reflexion und neue Impulse
An den diesjährigen Inseltagen der ARGE Hospiz nahmen Vertreter:innen aus zehn Hospizkreisen teil, um sich in der inspirierenden Atmosphäre von Ohlstadt intensiv mit zentralen Themen der Hospizarbeit auseinanderzusetzen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dirk Münch, Pädagoge, Supervisor, Referent für Ethik in der Hospiz- und Palliativarbeit und Geschäftsführer des Hospiz- und PalliativberatungsZentrums Nürnberg gGmbH, begleitet von Melanie Hörl, Koordinatorin für Hospizarbeit und Palliativversorgung im Sozialreferat des Landratsamts München.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tagung lag auf dem hochaktuellen Thema „Sterbehilfe – assistierter Suizid in der Hospizbegleitung“. Im Plenum wurden verschiedene Formen von Todeswünschen beleuchtet und praxisnahe Umgangsstrategien innerhalb der Hospizdienste diskutiert und erarbeitet. Dabei stand stets die Frage im Raum, wie Hospizbegleiter:innen und Fachkräfte mit sensiblen Wünschen von Schwerkranken umgehen können – mit Empathie, fachlicher Sicherheit und im Einklang mit ethischen Grundsätzen.
Deutlich wurde die gemeinsame Haltung: Hospizbegleitung bedeutet, Menschen in ihrer letzten Lebensphase verlässlich zur Seite zu stehen – bis zuletzt. Eine klare Abgrenzung zu Sterbehilfevereinen wurde betont; Ziel der Hospizarbeit ist nicht die Mitwirkung an der Herbeiführung des Todes, sondern die Stärkung von Lebensqualität, Autonomie und Würde bis zum Lebensende.
Im Anschluss an die Diskussion wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die das zuletzt erarbeitete Positionspapier aus dem Jahr 2021 überprüfen und an die aktuellen Entwicklungen anpassen wird.
Ein weiterer Themenblock widmete sich der Rolle von Hospizbegleiter:innen in der Begleitung pflegender Angehöriger. Dabei wurden Aspekte wie Nähe und Distanz in herausfordernden Begleitungssituationen diskutiert – ein Spannungsfeld, in dem sich Ehrenamtliche wie Fachkräfte immer wieder bewegen. In Kleingruppen wurden hierzu kritische Punkte herausgearbeitet und gemeinsam Lösungsansätze entwickelt.
Neben der inhaltlichen Arbeit war auch Raum für Rückblick und Ausblick: Die Teilnehmenden reflektierten die in den letzten Inseltagen gesetzten Ziele und formulierten eine zukünftige Ausrichtung für die ARGE Hospiz – mit dem Ziel, Strukturen zu stärken, Wissen zu teilen und die Hospizarbeit weiterhin verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
Ein gemeinsamer Spaziergang zur nahe gelegenen Kaulbach-Villa rundete die Inseltage ab. Bei einer Führung erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Geschichte des Hauses – eine inspirierende Verbindung von Natur, Kultur und kollegialem Austausch.